Die Sonnenfinsternis vom August 1999

Anlässlich der totalen Sonnenfinsternis vom 08.04.2024 über Nordamerika hier ein kleiner Rückblick auf die totale Finsternis vom 11.08.1999, die unter anderem auch über Mitteleuropa zu verfolgen war. Hier eine Grafik des damaligen Verlaufs über die Erdoberfläche:


Die totale Sonnenfinsternis ereignete sich in den Mittagsstunden und war somit zeitlich gut zu beobachten. Leider war sie im Verlauf nicht von allen Teilen gleichermaßen gut zu sehen, immer wieder zogen Wolken über den Himmel.
Wir, hier einmal ein Beitrag in Wir-Form, damals eine Gruppe Münchner Beobachter, hatten mit dem Wetter Glück und befanden uns damals, nach stundenlanger Suche, auf einem Hügel, der nur über diverse Feldwege unter großzügiger Interpretation einiger Verkehrszeichen, zu erreichen war. Dies erschien uns, wegen der Rundumsicht und der Abgeschiedenheit – das geht tatsächlich auch in Oberbayern – als geeignet. Das Risiko „erwischt“ zu werden, war uns das Ereignis definitiv wert.

Der Aufbau und erste Tests waren schnell erledigt und so blieb noch genug Zeit noch einen Happen zu essen und die Umgebung zu genießen. Dummerweise kamen auch andere auf die Idee und der Hügel füllte sich schnell. So mussten wir, nachdem fünf oder sechs der Anwesenden bereits einen Blick durch die Fernrohre werfen durften, den folgenden erklären, dass wir gerne ungestört das Ereignis verfolgen und fotografieren möchten.

Die allmähliche Verfinsterung heraufziehen zu sehen, war ein imposantes Erlebnis. Nur vereinzelt klickten die Kameras, damals noch chemische, um die Phasen zu dokumentieren. Dann sah man, ganz kurz vor der Finsternis, tatsächlich rasch den Kernschatten von Nordwesten heraneilen. Plötzlich wurde es dunkel. Also rasch die Sonnenfilter von den Fernrohren entfernt und die Sonne mit Protuberanzen und der Corona direkt beobachtet und fotografiert (An dieser Stelle der übliche Hinweis: Bitte niemals und unter keinen Umständen mit einem Fernglas oder Fernrohr ohne geeigneten Schutz in die Sonne sehen! Es besteht Gefahr schwerster Augenverletzungen! Während einer totalen Bedeckung einer Sonnenfinsternis ist dies möglich, aber man muss genau wissen, was man macht!).
Während der Totalität wurde es sehr still, Vögel begannen zu singen und der sogenannte Finsterniswind war zu spüren. Nach rund zwei Minuten war das Spektakel auch schon wieder vorbei und die Landschaft erhellte sich wieder. Sekunden vor dem Ende der Totalität noch die Fernrohre schnell aus der Sonne gedreht, damit die Ausrüstung keinen Schaden nimmt. Auch hier konnte man wieder beobachten, wie sich der Kernschatten entfernte. Leider gab es damals auch schon Leute, die den Respekt vor so einem fantastischen Schauspiel vermissen ließen. Nach dem Ende der partiellen Phase wurden die Geräte wieder verstaut und wir verließen, tief beeindruckt, den Ort.

Eine digitalisierte Fotografie mit der Sonnencorona:

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