Doppelquasar Q0957+561A/B und Galaxie NGC3079

Aufnahme an einem 5 Zoll Refraktor mit 900mm Brennweite, insgesamt 33min belichtet


Was ist ein Quasar?

Quasar ist die Abkürzung von „Quasi stellares Objekt“. Diese finden sich erst in größerer Entfernung zu unserer Galaxie und werden mit zunehmender Entfernung zahlreicher. Dabei handelt es um sogenannte aktive Galaxienkerne. Das sind Galaxien mit gewaltigen schwarzen Löchern mit 10.000.000 bis 1.000.000.000 Sonnenmassen in ihrem Kern, die enorme Mengen an Materie in ihrem Umfeld gefangen halten.

Wie lässt sich der Doppelquasar erklären?

Bei dem ca. 4 Mrd. Lichtjahren entfernten, 1979 entdeckten Doppelquasar Q0957+561A/B handelt es sich um ein und dasselbe Objekt, welches durch eine sogenannte Gravitationslinse doppelt erscheint. Das Doppelbild entsteht durch die Krümmung des Lichts, genau genommen des Raumes, um eine elliptische Galaxie, die nahe vor der helleren Quasar-Komponente steht und auf Aufnahmen des Hubble-Teleskops zu erkennen ist. Es handelt sich hierbei nicht um die oben abgebildete Galaxie NGC3079.

Hier eine Aufnahme des Hubble-Teleskops von dem Doppel-Quasar, zusammen mit der Galaxie die diesen Effekt hervorruft.

Quelle: NASA/ESA


Was ist die Raumkrümmung oder wie entsteht die scheinbare Krümmung des Lichts?

Der Effekt der Lichtkrümmung/Raumkrümmung (Gravitationslinseneffekt) wurde erstmals von Albert Einstein in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie beschrieben. Dabei krümmt sich der Raum und damit das Licht durch die Gravitation eines massereichen Objekts, hier die auf der Hubble-Aufnahme erkennbare massereiche elliptische Galaxie und erscheint uns als Doppelbild. Man sieht quasi um die Kurve. Astronomen sprechen hier von einer Raumzeitkrümmung. Andere Erscheinungsformen (Ringe, Vierfachabbildungen) wurden ebenfalls bei anderen Objekten beobachtet.

Schematische Darstellung des Gravitationslinseneffektes, rechts unser Beobachtungspunkt.

Quelle: Wikipedia


Die Galaxie NGC3079

Die Balkenspiral-Galaxie NGC3079 befindet sich in einer Entfernung von ungefähr 50 Mio. Lichtjahren, ihr Durchmesser beträgt rund 125.000 Lichtjahre. Entdeckt wurde sie im Jahre 1790 von dem deutsch-britischen Astronomen Wilhelm (William) Herschel, nachdem auch 1935 der Mondkrater Herschel benannt wurde. 2001 wurde in NGC3079 eine Supernova beobachtet, die allerdings schon lange nicht mehr zu erkennen ist.

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