Neue Seestar S50 Aufnahmen der Sternwarte Zweibrücken
Drei kürzlich angefertigte Aufnahmen von T. Lutz, Mitglied der Sternwarte Zweibrücken, aufgenommen mit einem Smartscope Seestar S50. Danke für die Einwilligung zur Veröffentlichung.
Bei den momentanen Wetterverhältnissen mit niedrigen Temperaturen und häufiger Bewölkung ist ein längerer Betrieb bzw. sind längere Fotografiesitzungen an der Sternwarte nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Allein die Anfahrt und Inbetriebnahme erfordert schon eine gewisse Zeit. Zudem ist die Sternwarte nicht beheizt.
Hier bietet sich der Einsatz neuerer Technik, wie z.B. eines Smartscopes an. Diese Geräte werden einfach ohne Polausrichtung aufgestellt und können bequem aus dem Warmen bedient werden. Die Optik entspricht zwar nicht der größerer Teleskope, der Einsatz von in dem Gerät angewendeten KI liefert aber dennoch erstaunliche Ergebnisse.
Eine kurze technische Beschreibung: Der Seestar macht ein internes Plate Solving und hat für Emissionsnebel einen eingebauten Duo-Band Filter für OIII und Hα. Die KI kommt dann bei der Denoise Funktion, also dem Entrauschen, unter Nutzung eines internen Dark Filters in der App-eigenen Nachbearbeitung zum Tragen.
Unterhalb des hellen Sterns, der übrigens der linke Stern des Gürtels im Orion ist, ist der rötliche Emissionsnebel IC 434 im Sternbild Orion zu sehen. Die dunkle Silhouette im Vordergrund gehört zum Pferdekopfnebel (B33), einem markanten Dunkelnebel.
Links des hellen Sterns leuchtet der orangefarbene NGC 2024, besser bekannt als Flammennebel. Er ist ebenfalls ein Emissionsnebel. Emissionsnebel sind Wolken interstellaren Gases, die Licht in verschiedenen Farben aussenden.
Beide Nebel befinden sich in einer Entfernung von rund 1500 Lichtjahren. Die Aufnahme wurde insgesamt 50 min belichtet.
Der offene Sternhaufen M45. Die Plejaden, auch bekannt als die sieben Schwestern, den Töchtern des Titanen Atlas aus der griechischen Mythologie, ist ein junger Sternhaufen in ca. 440 Lichtjahren Entfernung. In dieser, insgesamt 47 min belichteten Aufnahme, sind noch die Reste des Nebels zu erkennen, aus denen die Sterne entstanden sind.
Messier 1, besser bekannt als der Krebsnebel, ist der Überrest einer im Jahr 1054 beobachteten Supernova, die auch in chinesischen Quellen erwähnt wird. Es gilt als gesichert, dass sich bei der Explosion ein Pulsar gebildet hat. Sehr schön zu erkennen sind die Strukturen in dem Nebel, dessen Änderungen bereits innerhalb weniger Jahrzehnte zu verfolgen ist. Wiederentdeckt wurde er im Jahr 1731 von John Bevis sowie, davon unabhängig, von Charles Messier im August 1758. Die Entfernung beträgt ca. 6200 Lichtjahre. Die Aufnahme wurde insgesamt 78 min belichtet.




















