Historische Beobachtung des Kometen C/1743 X1 oder Komet Klinkenberg-Chéseaux
Ende 1743 und im Jahr 1744 war in Europa ein außergewöhnlich heller Komet sogar am Tage mit bloßem Auge sichtbar. Über dieses eindrucksvolle Himmelsereignis existieren zahlreiche historische Berichte. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Helligkeit zählt er zu den sogenannten „Großen Kometen“. Unabhängig voneinander wurde er erstmals am Abend des 9. Dezember 1743 vom niederländischen Amateurastronomen Dirk Klinkenberg sowie am 13. Dezember vom schweizer Astronomen und Mathematiker Jean-Philippe Loys de Chéseaux entdeckt.
Hier eine zeitgenössische Beschreibung aus dem Pfarrbuch der Klosterstadt Hornbach aus den Jahren 1743/44:
Großer Comet 1744, welcher sich schon klein im Frühjahr sehen laßen.
Den 20. January 1744 siehet man abends einen großen Cometen, der den 6. Jan. und wie einige vorgeben schon im Decemb. 1743 wahrgenommen worden. Er hat sich also nach und nach größer gezeiget. Den 20. Febr. kommt er als 1 ½ Wießbaum lang vor. Endlich kommt er abends um 6 Uhr, scheinet kaum biß halb 8 Uhr, stehet gar nieder nach Westen, und bey seinem Niedergang nicht mehr so lang als zuvor. Zeiget sich zuweil etwas röthlich. Den 24. Febr. wird er abends nit mehr gesehen.
Hingegen siehet man morgens eine viertel Stund vor Tag denselben wieder von Osten, ungefehr 10 Schuh lang, wird aber bey der Hellung kürzer. Er wirft seinen Schweif gegen Norden, gegen der Sonnen über, ehe dieselbe scheinet. Den 29. Febr. hat man ihn noch morgens gesehen. Im Merz ist er wegen trübem Wetter und den 8. Merzt bey hellem Himmel nit gesehen worden. Es ist nit zu muthmaßen, daß es zwey Cometen gewesen.
(Quelle: ZASp 044-03: Ref. Pfarrbuch Hornbach 1706-60, Pfr. Keller)
Hier eine historische Abbildung der tatsächlich sechs! Schweife des Kometen vom 8. März 1744. Es wird vermutet, dass sie aus bis zu 3 aktiven Kernen entstanden.


















