Mare Crisium – Meer der Gefahren auf dem Mond
Eine Einzelaufnahme des Mare Crisium (lat. für Meer der Entscheidungen), im Deutschen auch oft als Meer der Gefahren bezeichnet, fast drei Tage nach Neumond. Die uns zugewandte Seite war zu etwa 13 % beleuchtet. Verwendet wurde ein C14 mit 3,91 Metern Brennweite und einer Öffnung von 35,5 cm.
Das Mare Crisium hat einen mittleren Durchmesser von 418 km. Es hat seinen Namen vom italienischen Astronomen Giovanni Riccioli im Jahr 1651. In seinem Mondkartenwerk Almagestum Novum führte er ein systematisches Benennungsschema für die Mondoberfläche ein, das noch heute in großen Teilen verwendet wird.
Die Maria (Einzahl: Mare) auf dem Mond sind große, dunkle Ebenen aus erkalteter Lava, die sich von der helleren, zerklüfteten Hochlandkruste abheben. Ihre Entstehung lässt sich in zwei Hauptphasen einteilen:
- Große Einschläge: Vor etwa 4 bis 3,8 Milliarden Jahren schlugen größere Asteroiden in die junge Mondkruste ein und rissen gewaltige Becken in die Oberfläche.
- Vulkanische Aktivität: In den folgenden Jahrmillionen trat basaltische Lava aus dem Mondinneren aus und füllte diese Becken. Die Lava kühlte ab und hinterließ die heute sichtbaren dunklen Flächen.
Da Basalt dunkler und dichter ist als das Material der Hochländer, erscheinen die Maria von der Erde aus als dunkle „Flecken“ auf dem Mond – und wurden daher früher für echte Meere gehalten. Heute wissen wir, dass es sich um trockene Lavabecken handelt.
Bei der Durchsicht der Aufnahme fiel durch seinen Schatten ein kleiner Krater im südlichen Teil des Mares auf. Eine Recherche ergab, dass es sich um den Krater Picard Y mit einem Durchmesser von 4,29 km und einer Winkelauflösung von rund zwei Bogensekunden handelt, was der mittleren, atmosphärenbedingten Auflösung von ca. einer Bodensekunde für Einzelaufnahmen recht nahe kommt.
Hier eine Animation mit zeitweise eingeblendeter Beschriftung:


















