Was wäre, wenn unsere Sonne zu einem Schwarzen Loch würde?

Neulich wurde eine interessante Frage gestellt. Was geschieht eigentlich, wenn man die Sonne gegen ein Schwarzes Loch gleicher Masse ersetzt?

Schwarze Löcher haben einen Ruf als kosmische Monster, die alles verschlingen, was ihnen zu nahe kommt. In Wirklichkeit verhalten sie sich jedoch viel ruhiger und oft bemerkt man sie überhaupt nicht. Sie senden kein Licht aus und sind im Grunde unsichtbar. Doch unter bestimmten Umständen verraten sie sich:

  • Wenn Material in das Schwarze Loch fällt und sich dabei stark erhitzt.
  • Auch Licht folgt dem Einfluss der Gravitation, seine Bahn kann durch massive Objekte wie Schwarze Löcher gekrümmt werden (Gravitationslinse).
  • Wenn man quasi den „Schatten“ im heißen Gas sehen kann. Dies ist bei der bekannten Fotografie, eigentlich eine Reihe von Messungen von weltweit zusammengeschalteten Teleskopen (Event Horizon Telescope – EHT), des Schwarzen Loches in M87 der Fall. Ein Jet ist selbst mit größeren Amateurteleskopen angedeutet fotografisch abbildbar. Hier eine Aufnahme dazu.

Es gibt verschiedene Quellen, die unterschiedliche Szenarien beschreiben. Hier eine davon.

1. Was passiert mit den Umlaufbahnen der Planeten?

Gar nicht so viel, wie man vielleicht denkt!
Wenn man die Sonne plötzlich durch ein Schwarzes Loch mit genau derselben Masse ersetzt, dann würde sich die Gravitationskraft nicht ändern, da die Gravitation nur von der Masse abhängt.

Das bedeutet: Die Umlaufbahnen der Planeten bleiben stabil. Die Erde würde also weiter ihre Bahn ziehen, allerdings um ein unsichtbares Schwarzes Loch statt um eine leuchtende Sonne.

2. Was passiert mit der Erde?

Trotz stabiler Umlaufbahn wird es ziemlich ungemütlich – denn:

  • Die Sonne ist unsere wichtigste Energiequelle: Licht und Wärme.
  • Ein Schwarzes Loch strahlt kein Licht aus.
  • Es wird dunkel, eiskalt und totenstill und das ziemlich schnell.

Innerhalb weniger Tage:

  • Es wird auf der Erde richtig kalt.
  • Pflanzen, die Photosynthese brauchen, sterben.
  • Nachts sinken die Temperaturen massiv, tagsüber gibt’s kein Licht mehr, um gegenzusteuern.

Innerhalb einiger Monate:

  • Die Durchschnittstemperaturen fallen auf -70 °C und darunter.
  • Die Atmosphäre gefriert teilweise.
  • Fast alles Leben auf der Oberfläche stirbt.

3. Wo würde Leben am längsten existieren?

Wahrscheinlich an den extremen Orten, die ohnehin schon unabhängig vom Sonnenlicht funktionieren.

In der Tiefsee an sogenannten Schwarzen Rauchern (Hydrothermalquellen)

  • Dort gibt es Bakterien und andere Lebewesen, die nicht auf Sonnenlicht angewiesen sind.
  • Sie nutzen Chemosynthese, um Energie aus mineralreichen Quellen aus dem Erdinneren zu ziehen.

Diese Mikroorganismen und vielleicht einige ihrer tierischen Nachbarn könnten noch Tausende bis Millionen Jahre überleben, solange die Erde intern heiß bleibt und geologisch aktiv ist.

Hier eine mit Universe Sandbox erstellte Animation:

Eine Antwort

  1. Rainer Kirmse , Altenburg sagt:

    Uns’re Sonne ein Schwarzes Loch.
    Gott bewahre, das fehlte noch.:-)
    Mal nachdenken kann man jedoch.
    Die Sonne ist ein Leichtgewicht,
    zum Schwarzen Loche taugt sie nicht.
    Ein roter Riese kann aus ihr werden,
    leider erlischt das Leben auf Erden.
    In ferner Zukunft, nach getanem Werk,
    wird sie enden als weißer Zwerg.

    SCHWARZE LÖCHER

    In Zentrum einer Galaxie
    und anderswo findet man sie.
    Schwarze Löcher sind recht aktiv,
    von Statur oft supermassiv.
    Sie woll’n sich alles einverleiben,
    wir sollten den Monstern fernbleiben.
    Spaghettisierung droht uns dort,
    ein wahrhaft unheimlicher Ort.

    DAS SCHWARZE LOCH

    Dieses obskure Objekt
    hält sich im Weltall versteckt.
    Es wird von Sternen umkreist,
    was uns sein Dasein beweist.

    Ein komisches Schwergewicht,
    zu keiner Diät bereit.
    Sternenstaub das Hauptgericht,
    verschmäht wird keine Mahlzeit.
    Die Materie superdicht,
    stark verbogen die Raumzeit.
    Dem Monster entkommt kein Licht,
    Gefängnis für die Ewigkeit.
    Der Ereignishorizont ist Grenze,
    dahinter ist einfach Sense.

    Rainer Kirmse , Altenburg

    Herzliche Grüße aus Thüringen

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