Nordamerikanebel – NGC 7000


Zu sehen ist der Nordamerikanebel, der auf dem Bild seitlich liegend erscheint. Seinen Namen verdankt er seiner markanten Form, die an die Küste Nordamerikas erinnert. Der kleinere dunklere Bereich etwas oberhalb der Bildmitte entspricht dabei dem Golf von Mexiko. Entdeckt wurde der Nebel am 24. Oktober 1786 vom deutsch-britischen Astronomen William (Wilhelm) Herschel. Die genaue Entfernung ist schwer zu bestimmen, wird aber auf etwa 2.000 bis 3.000 Lichtjahre geschätzt.

Hier eine etwas technischere Beschreibung der ersten gelungenen Testaufnahme mit einem 60mm-Teleskop:
Zum Einsatz kam ein Linsenteleskop mit 60 mm Öffnung und 360 mm Brennweite, kombiniert mit einem sogenannten 0,7x Reducer/Flattener, einem optischen Element, das zwischen Teleskop und Kamera montiert wird.
Der Reducer verkürzt die Brennweite um den Faktor 0,7, wodurch sie in diesem Fall auf 252 mm reduziert wird. Das ermöglicht ein größeres Sichtfeld und somit die Abbildung ausgedehnter Himmelsobjekte.

Der Flattener gleicht Bildverzerrungen am Rand des Gesichtsfeldes aus. Ohne ihn wirkt das Bild zwar visuell scharf, ist aber für fotografische Zwecke kaum nutzbar, da es in den Bildecken zu deutlichen Unschärfen und Verzerrungen kommt.
Hier ein Beispielbild ohne den Einsatz von Reducer und Flattener:


Das Problem bestand darin, den vom Hersteller angegebenen Abstand zwischen dem Reducer/Flattener und der digitalen Spiegelreflexkamera korrekt herzustellen, in diesem Fall exemplarisch 55 mm.
Das sogenannte Auflagemaß, also der Abstand vom Anschlussgewinde bis zum Bildsensor der Kamera, beträgt bei dieser DSLR 44 mm. Diese Information war allerdings nicht leicht zu finden: In der Dokumentation fehlte sie und erst nach längerer Recherche im Internet wurde man fündig.
Es blieb also ein Restabstand von 11 mm, der mit passenden Adaptern oder Zwischenringen ausgeglichen werden musste. Zunächst wurde es mit der „Try-and-Error“-Methode versucht, leider ohne Erfolg. Danach wurde systematischer vorgegangen: Mit Messungen per Schieblehre und einfachen Rechnungen.
Ein neuer Kameraadapter mit M48-Gewinde, im Gegensatz zum sonst üblichen M42, brachte bereits eine Dicke von 9 mm. Damit blieben noch 2 mm übrig, um den idealen Abstand zu erreichen. Mithilfe vorhandener Feinabstimmringe ließ sich ein Wert von 1,8 mm realisieren. Das Resultat: Das Bild war nur noch in den äußersten Ecken leicht verzogen.
Ein zusätzlicher Versuch mit einem weiteren 1 mm-Ring in Kombination mit dem vorhanden 1mm erwies sich als kontraproduktiv, das Bild wurde dadurch schlechter.

Die Quintessenz: Ein neuer M48-Kameraadapter plus insgesamt 1,8 mm Feinabstimmringe führten nach einiger Zeit zur besten Lösung. Die noch minimal unscharfen Ränder wurden bei der Bildbearbeitung einfach weggeschnitten.

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