Scheinbare Größen des Vollmondes

In letzter Zeit hatten wir viel Pech mit dem Wetter. Es gab zwar einige klare Nächte, doch für eine erfolgreiche Beobachtungs- oder Fotosession müssen mehrere Bedingungen zusammenkommen. Dazu gehören die Mondphase, die verfügbare Zeit und nicht zuletzt das persönliche Wetterempfinden.
So blieb etwas Raum, um ältere Aufnahmen durchzusehen und nachzubearbeiten. Dabei entstand die Idee, die unterschiedlichen scheinbaren Größen des Vollmonds mit eigenen Fotografien darzustellen.

Der Vollmond erscheint unterschiedlich groß, obwohl er physikalisch immer den gleichen Durchmesser (rund 3475 km) hat. Dafür gibt es zwei Hauptgründe:

  • Der Mond umkreist die Erde nicht in einem perfekten Kreis, sondern in einer Ellipse. Deshalb ist er manchmal näher an der Erde und manchmal weiter weg. Im Perigäum ist der Mond der Erde näher und erscheint dadurch größer. Im Apogäum ist er weiter weg, erscheint also kleiner. Die Werte liegen zwischen 356410 km (ca. 33,8 Bogenminuten) und 406740 km (ca. 29,4 Bogenminuten).
    Geringfügige Abweichungen ergeben sich, wenn man den jeweiligen Standort des Beobachters auf der Erde berücksichtigt. Befindet sich der Mond im Zenit, ist der Beobachter ihm um etwa einen Erdradius näher, als wenn der Mond knapp über dem Horizont steht. Dadurch vergrößert sich sein scheinbarer Durchmesser um fast 2 %: Statt 33,5′ wären es etwa 34,1′ (0,57°). Ohne direkten Vergleich fällt diese Veränderung jedoch kaum ins Auge.
  • Zum zweiten Punkt: Siehe den Beitrag Die Mondtäuschung.

Hier drei Aufnahmen eines Vollmonds vom Juli, August und November 2025. Die Größenänderungen sind ansatzweise zu erkennen (zum Vergrößern klicken).

10.07.2025 – 30.61‘
09.08.2025 – 31,72‘
05.11.2025 – 33,47‘


In dieser Animation deutlich erkennbar.



Bei den Überblendungen lässt sich weiterer Effekt bei der Umkreisung des Mondes um unsere Erde gut erkennen, die Libration.

Die Libration des Mondes sind kleine „Schaukelbewegungen“, durch die wir von der Erde aus etwa 59 % seiner Oberfläche sehen können, anstatt nur 50 %.

Es gibt verschiedene Arten der Libration:

  • Libration in der Länge: Durch die elliptische Mondbahn schwankt seine Umlaufgeschwindigkeit. Dadurch zeigt er uns etwas mehr vom östlichen oder westlichen Rand.
  • Libration in der Breite: Die Achsneigung des Mondes führt dazu, dass wir zeitweise leicht über seinen Nord- bzw. Südpol sehen.

Hierzu noch eine weitere Animation.


Vor einigen Jahren mit einer älteren Version der Planetariumssoftware Guide erstellt.

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