Die „Planetenparade“ am 28. Februar 2026

In den letzten Tagen berichteten zahlreiche Medien über eine außergewöhnliche Parade von Planeten am 28. Februar 2026. Hierbei stehen die sechs Planten Merkur, Venus, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun scheinbar in einer groben Linie am Abendhimmel.
Es stimmt zwar, dass sechs Planten am Abendhimmel stehen, dennoch sollte dies etwas relativiert werden.

Welche Planetenkonstellationen gibt es überhaupt und wie häufig sind sie?

  • Mini-Konstellation (3 Planeten): Tritt etwa jährlich auf.
  • Kleine Konstellation (4 Planeten): Kommt alle paar Jahre vor.
  • Große Konstellation (5–6 Planeten): Erscheint ungefähr einmal pro Jahrzehnt.
  • Großartige oder vollständige Konstellation (7 Planeten): Sehr selten. Früher wurde hierfür auch Pluto einbezogen, der jedoch nicht mehr als Planet gilt.

Ende Juni 2022 gab es am Morgenhimmel eine große Konstellation mit Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn und Uranus.
Eine großartige Konstellation mit allen Planeten gab es am 8. April 2024, allerdings nach Sonnenaufgang am Taghimmel, konnte aber von vielen während der totalen Sonnenfinsternis in Nordamerika gut beobachtet werden.

Warum sollte man „Planetenparaden“ mit ein wenig Vorsicht betrachten?

Von den Planeten des Sonnensystems können nur fünf mit bloßem Auge beobachtet werden:

  • Merkur: Bedingt durch seine Nähe zur Sonne ist er nur für kurze Zeit nach Sonnenuntergang bzw. vor Sonnenaufgang zu beobachten. Einer Legende nach soll selbst der berühmte Astronom Nikolaus Kopernikus auf seinem Sterbebett bedauert haben, dass er Merkur nie erblickt habe.
  • Venus: Ebenso wie Merkur nur am Morgen- oder Abendhimmel zu beobachten. Neben Sonne und Mond das hellste Objekt am Tages- bzw. Nachthimmel.
  • Mars: Rötlich, um die Zeit der Opposition die ganze Nacht zu beobachten.
  • Jupiter: Ockerfarben, sehr hell.
  • Saturn: Wie ein hellerer Stern.

Was nun die ganze Sache einschränkt, ist die Sichtbarkeit von Uranus und Neptun. Diese sind ausschließlich Ferngläsern bzw. bereits kleineren Fernrohren vorbehalten. Für das bloße Auge sind sie nicht zu erkennen.
Zudem steht Neptun nach Sonnenuntergang bereits so nahe über dem Horizont, dass er in der Abenddämmerung und wegen seiner geringen Helligkeit, auch mit größeren Fernrohren, nicht zu beobachten sein wird.

Hier zwei Grafiken der sechs Planeten, die am 28.02.2026 in Zweibrücken eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang über dem Horizont stehen. Erstellt mit Guide 9.1.

Wie bereits erwähnt, ist für Uranus mindestens ein Feldstecher sowie die genaue Kenntnis seiner Position am Himmel erforderlich. Neptun ist aufgrund seiner Horizontnähe nicht beobachtbar.

Gesamtansicht (zum Vergrößern klicken)
Horizontansicht Westen (zum Vergrößern klicken)


Senkrecht zur Umlaufbahn der Erde um die Sonne aus dem Weltraum betrachtet wird deutlich, dass die Planeten keineswegs in einer Linie im Raum stehen. Der Eindruck einer solchen Ausrichtung entsteht nur aus unserer Perspektive von der Erde aus.

Quelle: SpaceEngine

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