Zwei gleichzeitige Jupitermondereignisse
Jupiter ist, von der Sonne aus gesehen, der fünfte und zugleich größte Planet des Sonnensystems. Er besteht überwiegend aus Wasserstoff, Helium, Methan und Ammoniak. Rund 100 Monde umkreisen ihn, von denen vier mit Teleskopen zu beobachten sind. Es handelt sich um die vier Galiläischen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Diese Monde wurden im Jahre 1610 von dem italienischen Astronomen Galileo Galilei entdeckt.
- Io, der innerste Mond, wurde nach einer Geliebten des griechischen Gottes Zeus (entspricht dem römischen Gott Jupiter) benannt. Als Besonderheit verfügt er über einen ausgeprägten Vulkanismus. Ursache sind starke Gezeitenkräfte durch Jupiter. 1676 führte der dänische Astronom Ole Rømer eine erste Berechnung der Lichtgeschwindigkeit mit Hilfe von Beobachtungen der Verfinsterungszeiten des Mondes in Abhängigkeit der Jupiterentfernung von der Erde durch.
- Europa, der zweite Mond, trägt ebenfalls den Namen einer Geliebten des Zeus. Er ist von einer dicken Eisschicht bedeckt, unter der sich vermutlich ein globaler Ozean aus flüssigem Wasser befindet. Gezeitenkräfte durch Jupiter erzeugen Wärme im Inneren und halten diesen Ozean wahrscheinlich flüssig. Er gehört zum Typ der Eismonde.
- Ganymed als dritter Mond gehört ebenfalls zum Typ der Eismonde. Ganymed ist der größte Mond im Sonnensystem und sogar größer als der Planet Merkur. Er wurde nach dem gleichnamigen Jüngling der griechischen Mythologie benannt.
- Kallisto, der äußerste der vier großen Monde, ist der dritte Eismond und erhielt seinen Namen nach der griechischen Nymphe Kallisto.
Bei diesen Monden lassen sich verschiedene eindrucksvolle Phänomene beobachten: Sie können vor Jupiter vorbeiziehen, von ihm bedeckt werden, in seinen Schatten eintreten oder ihren eigenen Schatten auf die Planetenscheibe werfen.
Am 1. Mai 2026 gelang an dem C14 Teleskop der Sternwarte Zweibrücken um 21:56 Uhr eine besondere Aufnahme, bei der gleich zwei solcher Ereignisse gleichzeitig festgehalten wurden: Europa zog vor der Jupiterscheibe vorbei, während gleichzeitig der Schatten von Ganymed sichtbar war. Besonders bemerkenswert ist, dass der Schatten in unmittelbarer Nähe des Großen Roten Flecks zu erkennen war. Der sogenannte GRF ist ein gewaltiger Wirbelsturm auf Jupiter, der ein Vielfaches der Erdgröße erreicht. Er wurde vermutlich bereits im Jahr 1665 erstmals beobachtet.
Hier die dazugehörige Aufnahme, kombiniert mit einer Überblendung eines Screenshots aus Stellarium 22.4.
Von links oben nach rechts unten sind zu erkennen: Europa (der hellere Fleck) am Rand der Jupiterscheibe, der Schatten von Ganymed, der Große Rote Fleck, Ganymed selbst sowie Io.


















Die Namen sind alle aus der Mythologie bekannt, beispielsweise die legendäre Europa ->
https://www.mythologie-antike.com/t85-europa-eponyme-heroine
In der römischen Mythologie ist Jupiter der olympische Boss, in der griechischen Mythologie Zeus bezeichnet.