Eine Erklärung der auf dieser Seite verwendeten astronomischen Begriffe
Äquatoriale Montierung
Siehe Parallaktische Montierung
Astronomische Einheit
Eine Astronomische Einheit, auch abgekürzt mit AE oder au, ist die mittlere Entfernung der Erde zur Sonne. Diese beträgt 149.597.871 Kilometer. Diese Einheit wird üblicherweise innerhalb des Sonnensystems verwendet. Die Entfernung zum nächsten Stern Proxima Centauri beträgt schon 270000 AE, das wird schnell unpraktisch. Hier wird das Lichtjahr verwendet.
Azimutale Montierung
Eine azimutale Montierung bewegt sich, wie der Name schon sagt, um eine horizontale und eine im 90 Grad dazu stehende Achse, der Senkrechten. Da sich aber die Sterne, außer an den Polen, scheinbar in einem Bogen über den Himmel bewegen, muss ständig über diese zwei Achsen nachgeführt werden.
Bogenminute/Bogensekunde
In der Astronomie werden die gebräuchlichen Einheiten für Winkel verwendet. Diese bestehen aus Grad (Abk. °), Bogenminuten (Abk. ‘) und Bogensekunden (Abk. “). Ein Grad setzt sich aus 60 Bogenminuten zusammen, eine Bogenminute aus 60 Bogensekunden. Eine Bogensekunde ist also 1/3600 eines Grades. Diese Auflösung, also der Winkel unter dem zwei Objekte noch optisch als voneinander getrennt erkannt werden, ist bei guten Sichtbedingungen, in der Astronomie auch „Seeing“ genannt, bereits mit mittleren Amateurteleskopen durchaus zu erreichen. Mond und Sonne, als Beispiel, haben am Himmel einen mittleren optischen Durchmesser von rund 30‘ oder 0,5°.
Deutsche Montierung
Siehe Parallaktische Montierung
Dobson-Teleskop
Ein Dobson-Teleskop ist eine Art von Teleskop, das sich durch seine einfache Konstruktion und seine hohe Portabilität auszeichnet. Sie sind oft deutlich kostengünstiger als andere Teleskopdesigns mit ähnlicher Öffnung. Durch die meist fehlende, automatische Nachführung muss das zu beobachtende Objekt manuell im Blickfeld gehalten werden. Aus dem gleichen Grund gestalten sich Langzeitbelichtungen schwierig.
Emissionsnebel
Als Emissionsnebel werden in der Astronomie Wolken interstellaren Gases (Nebel) bezeichnet, die das Licht in verschiedensten Farben aussenden. Darin unterscheiden sie sich von Reflexionsnebeln, die lediglich eingestrahltes Licht reflektieren.
Herschelprisma
Ein Herschelprisma ist ein optisches Bauteil, das zur Sonnenbeobachtung verwendet wird. Es lenkt das meiste Licht zur Seite ab, sodass nur ein kleiner Teil des Sonnenlichts durch das Prisma tritt und das Auge des Betrachters erreicht. Dies reduziert die Intensität des Sonnenlichts und verhindert Augenschäden, während dennoch eine scharfe und detaillierte Beobachtung der Sonne ermöglicht wird. Es wird im Gegensatz zu gängigen Sonnenfilter auf der Seite des Einblicks angebracht und nicht vor dem Objektiv.
Kugelsternhaufen
Sie bestehen aus einer großen Anzahl von Sternen, die gravitativ aneinander gebunden sind und sich, wie der Name schon sagt, zu einer kugeligen Form zusammen gefunden haben. Sie bestehen in der Regel aus älteren Sternen.
Kulmination
Die Kulmination bezeichnet den Zeitpunkt, an dem ein Himmelsobjekt den höchsten Punkt seiner Bahn am Himmel erreicht. Dies geschieht, wenn das Objekt den Meridian eines Beobachtungsstandorts passiert.
Lichtjahr
Bei dem Lichtjahr (Abk. LJ oder ly) handelt es sich nicht um eine Zeitangabe, wie vielleicht vermuten lässt, sondern um eine Entfernungsangabe. Ein Lichtjahr ist die Entfernung die das Licht im Vakuum mit einer Geschwindigkeit von 299.792 km/s innerhalb eines Jahres zurücklegt. Die Entfernung zu Proxima Centauri beträgt somit rund 4,246 LJ, die des Mondes knapp 1,3 Lichtsekunden.
Linsenteleskop
Ein Linsenteleskop, auch Refraktor genannt, ist ein Fernrohr, das das Licht durch Linsen bündelt. Es besteht aus mindestens zwei Linsen: Einer Objektivlinse, die das Licht sammelt und fokussiert und einem Okular, das das fokussierte Bild vergrößert.
Magnitude (Abk. mag oder m)
Bezeichnet die scheinbare Helligkeit von Sternen oder anderen Himmelskörpern. Gelegentlich wird auch noch der Begriff Größenklasse oder Größe verwendet. Dabei gilt: Je geringer der Wert, desto heller ist das Objekt. Hier einige Beispiele:
Sonne: -26,7mag
Vollmond: -12,7mag
Venus in größter Helligkeit: -4,4mag
Jupiter in größter Helligkeit: -2,9mag
Sirius, hellster Stern: -1,46mag
Der Helligkeitsverlauf ist dabei nicht linear, entspricht also grafisch nicht einer Linie, sondern ändert sich um den Faktor 2,51 pro Größenklasse. Ein Stern von 2mag ist also 2,51x heller als ein Stern von 3mag.
Meridian
Der Meridian ist eine imaginäre Linie, die den Himmel von Norden nach Süden durch den Zenit eines bestimmten Beobachtungsstandorts teilt. Diese Linie verläuft senkrecht zum Horizont und teilt den Himmel in eine östliche und eine westliche Hemisphäre. Der Meridian spielt eine wichtige Rolle bei der Bestimmung der Kulmination eines Himmelsobjekts, da ein Objekt den höchsten Punkt seiner Bahn erreicht, wenn es den Meridian überquert.
Newton Teleskop
Diese Spiegelteleskope verwenden einen konkaven, parabolischen Spiegel am unteren Ende des Teleskops, um das Licht zu sammeln und zu bündeln. Das Licht wird dann zu einem flachen Sekundärspiegel geleitet, der das Licht durch ein Loch an der Seite des Tubus reflektiert und es zum Okular lenkt.
Offene Sternhaufen
Ein Ansammlung von einigen hundert bis tausend Sternen, deren Konzentration im Zentrum relativ gering ist. In der Regel bestehen sie aus jüngeren Sternen.
Opposition
Ist der Zeitpunkt, bei der sich Sonne, Erde und z.B. ein Planet in einer gedachten Linie befinden. Der Winkel beträgt in einer zweidimensionalen Darstellung hierbei 180 Grad. In der dritten Dimension (oben unten) kann der Unterschied durchaus einige wenige Grad betragen. Dies ist in der Regel auch der beste Zeitpunkt für eine Beobachtung.
Parallaktische Montierung
Bei einer parallaktischen oder auch äquatorialen bzw. deutschen Montierung wird das gesamte Achssystem um möglichst exakt den Betrag der lokalen geografischen Breite (Polhöhe) gekippt und auf den Himmelspol ausgerichtet. Dies ermöglicht die Nachführung um nur eine Achse.
Reflexionsnebel
Als Reflexionsnebel bezeichnet man in der Astronomie Wolken (Nebel) interstellaren Staubs, die das Licht benachbarter Sterne „reflektieren“, genau genommen jedoch streuen.
Refraktor
Siehe Linsenteleskop.
Reflektor
Siehe Dobson-Teleskop, Newton Teleskop und Schmidt-Cassegrain Teleskop.
Schmidt-Cassegrain Teleskop
Diese Teleskope verwenden einen konkaven, sphärischen (Kugeloberfläche) Hauptspiegel am unteren Ende des Teleskops. Am oberen Ende befindet sich eine Korrekturplatte um das sphärische Design des Hauptspiegels auszugleichen. Das Licht wird danach zu einem kleinen streuenden Sekundärspiegel gelenkt, der es wieder durch eine Öffnung im Hauptspiegel und durch das Okular zurück zum Beobachter lenkt.
Zenit
Bezeichnet den Punkt am Himmel, der sich direkt über dem Beobachter befindet. Er ist der höchste Punkt am Himmelsgewölbe und steht senkrecht zur Oberfläche der Erde an dem Standort des Beobachters. Der Zenit ist der Gegensatz zum Nadir, der sich direkt unter dem Beobachter auf der gegenüberliegenden Seite befindet.

















